Ground Contact Time

Patrick | 07.01.2026 | Lesezeit: 1 min

Beim Laufen sind unsere Füsse bei jedem Schritt für einen Moment am Boden. Die Ground Contact Time, kurz GCT, beschreibt genau diese Zeit: Vom ersten Aufsetzen des Fusses bis zum Abheben vom Boden.

Gemessen wird sie in Millisekunden und kann viel darüber verraten, wie effizient wir laufen.

Was passiert während der Bodenkontaktzeit?

Die Bodenkontaktphase ist nicht einfach nur ein passives "Abrollen", sondern ein entscheidender Moment, in dem dein Körper mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen muss. Er nimmt Aufprallkräfte auf, speichert Energie in Muskeln und Sehnen und setzt diese wieder in Vortrieb um. Wie gut das gelingt, entscheidet massgeblich über Laufökonomie und Geschwindigkeit.

Die Ground Contact Time gibt einen Einblick in deine Laufmechanik.

Ground Contact Time und Laufökonomie

In der Biomechanik zeigt sich ein klares Muster: Mit steigender Laufgeschwindigkeit wird die Bodenkontaktzeit kürzer. Das liegt nicht daran, dass schnelle Läufer:innen schneller "abheben" wollen, sondern daran, dass sie mehr Kraft in kürzerer Zeit erzeugen können. Ihre Beine wirken wie effiziente, gut gespannte Federn.

Wichtig dabei ist, dass eine kurze GCT das Resultat guter Kraftübertragung ist, und nicht deren Ursache.

Die Ground Contact Time lässt sich nicht gezielt "verkürzen", sondern verändert sich eher als Begleiterscheinung anderer Anpassungen. Sinnvoll ist deshalb ein Blick auf die Faktoren, welche die GCT beeinflussen können.

Eine stabile Hüft- und Rumpfmuskulatur trägt dazu bei, während des Bodenkontakts Energie effizienter zu nutzen. Bei einem eher sitzenden Laufstil, bei dem Hüfte und Knie in der Stützphase deutlich nachgeben, geht ein Teil dieser Energie verloren. Das kann dazu führen, dass der Abdruck verzögert erfolgt und die Zeit am Boden unbewusst zunimmt. Kraft- und Koordinationstraining können langfristig die Voraussetzungen für einen stabileren, reaktiveren Laufstil schaffen.

Ein weiterer Einflussfaktor kann die Kadenz sein. Eine sehr tiefe Schrittfrequenz begünstigt Overstriding, also das Landen weit vor dem Körperschwerpunkt, was häufig mit längeren Bodenkontaktzeiten einhergeht.

Die Ground Contact Time dient somit als ergänzender Hinweis, der im Kontext der gesamten Laufanalyse interpretiert werden sollte. Nemeko macht sichtbar, was sich während der Bodenkontaktphase tatsächlich abspielt und hilft dir, zu erkennen, wo du dich noch verbessern könntest.